Springe zum Inhalt

1994 – 2014 Fest der Freundschaft in Alsószentmárton

Gottesdienst zum Jubiläum
Gottesdienst zum Jubiläum

Es war für Europa vielleicht das ereignisreichste Jahr. 1989 – der Fall der Berliner Mauer. In der Folge dann das Ende der kommunistischen Herrschaft in vielen Ländern Osteuropas. 25 Jahre sind seit dem vergangen.
Das Hilfswerk RENOVABIS widmet sich diesen Ereignissen in der diesjährigen Pfingstaktion. „Mit meinem Gott überwinde ich Mauern“, lautet das Motto der Aktion.
Das Jahr 1989 ist auch von entscheidender Bedeutung für den Caritas-Sankt Martin e.V. Es war im Dezember 1988 als uns ein Hilferuf aus Ungarn erreichte. Der Pfarrer der dortigen Kirchengemeinde Alsószentmárton und unser Pfarrer, Lothar Weiß, befreundet über ihre Tätigkeit als Zigeunerseelsorger, berichteten von verheerenden Situation in Ungarn und auch in rumänischen Kinderheimen. Am zweiten Weihnachtstag machte sich ein Hilfskonvoi mit mehreren Fahrzeugen, beladen mit Grundnahrungsmitteln, auf den Weg nach Ungarn und Rumänien. Nach ihrer Rückkehr von dieser Reise, mit Bildern, die man nicht so leicht vergisst, berichteten sie von der schlimmen Situation in Ungarn, wo Menschen ihre Arbeit verloren haben, und Hunger litten, weil es keine Arbeit mehr gab und es an allem mangelte. Die Zigeuner der Gemeinde von Pfarrer Józsi spürten als erste die verheerenden Auswirkungen des Zusammenbruchs des kommunistischen Regimes.
Die Bilder aus unzähligen Kinderheimen Rumäniens flimmerten zudem allabendlich über unsere Nachrichtensendungen. Vor Ort erlebten die Begleiter des Hilfstransportes Dinge, die unser weiteres Handeln bestimmen sollten.

am Grab von Pfarrer Lothar Weiß
am Grab von Pfarrer Lothar Weiß

Dieser Transport war ausschlaggebend für eine ganze Reihe von ungezählten Aktionen, die Mitarbeiter unserer Gemeinde und die Gemeinde von Alsószentmárton in den Jahren seitdem gemeinsam durchführten.
Das erste Sommerlager gemeinsam mit Kindern aus St. Pius, Ungarn und Rumänien fand 1989 in Nagyharsány/Ungarn statt.  In den kommenden Jahren führte die DPSG unserer Gemeinde ähnliche Sommerlager in vielen Ländern Europas durch. So in Holland, Italien, Deutschland, Tschechien, der Slowakei und schließlich 1997 in Polen mit über 200 Teilnehmern aus 3 Ländern.
Bei all diesen Lagern ging es darum Menschen, Kinder, aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen zusammen zu bringen.
Pfarrer Lothar Weiß hat es damals so ausgedrückt: „Die jungen Menschen brauchen Gelegenheiten einander kennen zu lernen und von einander mehr zu erfahren. Es müssen Beziehungen und Freundschaften entstehen. Wenn sie einander kennen, wenn sie gemeinsam eine Mahlzeit einnehmen, wenn sie die Freundschaft des anderen erleben,  dann können sie nicht gegeneinander kämpfen und werden nicht mit Pistolen aufeinander losgehen“.

Im Sommer 1994 haben wir in St. Pius den Verein Caritas-Sankt Martin e.V. gegründet. Dieses Ereignis jährt sich in diesem Jahr zum 20ten mal. Für uns Grund genug die Partnerschaft mit den Zigeunern  von Alsószentmárton zu feiern. Aus diesem Anlass haben wir vor 3 Tagen in Alsószentmárton ein großes Fest gefeiert. Eine Gruppe von 13 Personen aus St. Pius war zu diesem Anlass nach Ungarn gereist. Auch Pastor Rösner hat die Gruppe begleitet. Ein Höhepunkt war sicherlich der Besuch am Grab von Pfarrer Lothar Weiß, den wir vor 3 Jahren dort beigesetzt haben, und der anschließende Gottesdienst in der Pfarrkirche von Alsószentmárton. Alte Bekannte und Freunde und auch die vielen Mitarbeiter von Pfarrer Józsi erfreuten sich an den Bildern der vergangenen Jahre. Nicht nur so manche Geschichte aus den verschiedensten Sommerlagern, oder Begegnungen mit Firmbewerbern aus St.Pius, auch Erlebnisse von Besuchen der ungarischen IMG_2303Freunde hier bei uns in St. Pius wurden wieder lebendig. So sind Besucher des Weltjugendtages 2005 heute bereits junge Mütter und Väter und einstige Teilnehmer der Sommerlager leiten heute selbst die Sommerlager der Gemeinde, oder sind Mitarbeiter im Kindergarten.
Als Gastgeschenk überreichten wir allen Gästen eine kleine Kerze mit der Aufschrift: „20 év barátság“ – „20 Jahre Freundschaft“. Pastor Rösner sprach in der Predigt von einer Brücke  zwischen Menschen, die auch künftig weiter ausgebaut werden soll.

Nach 20 Jahren sind wir ein wenig stolz auf all das und danken Gott dafür. Ganz sicher sind die „Mauern noch längst nicht alle überwundern“, aber durch unser tun haben wir einen kleinen Beitrag dazu geleistet. Mit Vertrauen auf unseren Gott wird es uns dann irgendwann einmal auch gelingen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.